zum Hauptkapitel Quantenchemie von Nanostrukturen

Überblick

Unsere materielle Welt wird durch eine Reihe von grundlegenden Theorien (klassische Gravitationstheorie, Standardmodell der Elementarteilchen mit separaten Teiltheorien, Quantenfeldtheorie der Materialwissenschaften, klassische Mechanik, Thermodynamik) beschrieben, die weitgehend in ihren erfolgreichen Beschreibungen auf disjunkte Anwendungsfelder beschränkt sind und somit beziehungslos nebeneinander stehen. Wo Vergleiche möglich sind, ergeben sich teilweise Diskrepanzen unvorstellbaren Ausmaßes. Dies hat in seiner Tendenz dazu geführt, dass in den Materialwissenschaften oft auf Reduktionismus verzichtet wird und stattdessen auf ein Prinzip der Emergenz ("emergence") gesetzt wird, wobei getrennte Prinzipien in verschiedenen Feldern und bei verschiedenen Beschreibungsniveaus angewendet werden.

In großen Teilen der Theorie wird aber immer noch nach übergreifenden Antworten und vereinheitlichenden Strukturen gesucht. Hierbei spielt die Idee der Supersymmetrie eine herausragende Rolle. In der Vorlesung soll diese Idee anschaulich erläutert und auf Einführungsniveau mathematisch behandelt werden. Es wird das Potential bei der Entwicklung von übergreifenden Theorien untersucht und nach Hinweisen auf mögliche Konsequenzen für die Materialwissenschaften gefahndet.